Schüler über den Kant-Abend mit Marianne Birthler

 

Im Rahmen des Kant-Abends am 3.3.2015 besuchte Marianne Birthler unsere Schule und las aus ihrer Biografie "Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben."

Es ging um ihr Leben in der DDR und ihr politisches Engagement v.a. in der Wendezeit sowie als Beauftragte der Bundesregierung für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit.

Marianne Birthler machte einen sehr aufgeschlossenen Eindruck, da sie bei der Themenwahl auf die Wünsche des Publikums einging. Die Art, wie sie ihr Leben präsentierte, wirkte anregend und man wollte mehr über sie als Person und ihr Leben erfahren. Mit Witz und Humor brachte sie uns das Leben in der DDR näher, insbesondere den Widerstand. Wir erfuhren viel über dessen Vielfältigkeit, egal ob dieser nun in Form von Rockkonzerten in der Kirche oder in Form von Demonstrationen stattfand. Durch ihre Art und Weise des Berichtens hatte man die Möglichkeit, das Leben in der DDR besser zu verstehen, als dies Schulbücher zu vermitteln vermögen. Besonders in Erinnerung blieb die Erzählung von ihrem Spaziergang vor den ersten freien Wahlen 1990, bei dem sie sich Gedanken über die Zukunft machte und was nun aus Deutschland werden sollte.

Nachdem sie mit dem erzählenden Vorlesen einiger Kapitel fertig war, stellte sie sich allen Fragen und beantwortete diese gewissenhaft. Während dieser Fragestunde nahm sie uns das Vorurteil, dass jeder Fünfte in der DDR ein inoffizieller Spion der Stasi war. Besondere Aufmerksamkeit widmete sie der Frage eines Schülers, ob die Vorratsdatenspeicherung nicht der Bespitzelung der Stasi gleichkäme. Ihr Hauptargument war dabei die Beachtung des politischen Systems und somit eine prinzipielle Unterscheidung der Geheimdienstarbeit in einer Diktatur und einer Demokratie. Heute könne z.B. das Parlament klärend eingreifen bzw. man selbst könne als Bürger klagen, das gab es alles in der DDR nicht.

Es war ein runder und lockerer Abend, welcher einen sehr informativen Charakter hatte.

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