40. Kantabend mit Torsten Mattuschka

 

Zum 40. Kantabend war wieder einmal ein besonderer Gast eingeladen – Fußball-Legende des 1. FC Union Berlin - Torsten Mattuschka. In einem Podiumsgespräch mit dem freien Journalisten Matthias Koch, der den 1. FC Union Berlin seit Jahren begleitet, erzählte Torsten Mattuschka in seiner gewohnten offenen und humorvollen Art und Weise von den wichtigsten Stationen seines Lebens. Der rote Faden des Gesprächs hangelte sich entlang seiner Biografie, dessen Buchtitel „Kultkicker mit Herz und Plauze“ perfekt sein Leben als Fußballer auf den Punkt bringt.

1980 geboren, begann seine zunächst professionelle Ausbildung 1988 bei der BSG Energie Cottbus. Mit einer verblüffenden Offenheit vor einem Gymnasium-Publikum erzählte Torsten Mattuschka von seiner nicht gerade ruhm- und erfolgreichen Schulzeit, aufgrund derer er dann auch 1996 das Nachwuchs-Leistungszentrum in Cottbus verlassen musste. Und natürlich nicht ohne dass er mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht das Publikum darauf aufmerksam machte, dass er etwas spät, aber nicht zu spät erkannt habe, wie wichtig Schule doch sei.

Was folgte waren sechs Jahren Arbeit als Maler und Lackierer auf verschiedenen Baustellen der Republik. In dieser Zeit war ein zentraler Mittelpunkt seines Lebens kalorienreiche Kost und Torsten Mattuschka hatte sich auf 95 kg Lebendgewicht hochgefuttert. Das erst danach seine Karriere als Profifußballer begann, gleicht einem Wunder, wie er selbst etwas verblüfft auf die Frage eines Gastes feststellte. So etwas wäre heute nicht mehr möglich, konstatierte Torsten Mattuschka, wo die „Profikarriere“ bereits im Alter von Fünf bis sechs Jahren in den durchgestylten Nachwuchs-Leistungszentren beginnt und straff organisiert ist.

Als er 2002 die Chance erhielt, bei der Profi-Mannschaft von Energie Cottbus ein Probe-Training zu absolvieren, stand für Torsten Mattuschka fest – ich will Fußball spielen, ich will professionell Fußball spielen und ich werde alles dafür tun, dieses Ziel zu erreichen. 2005 wechselte er nach einer nicht übermäßig erfolgreichen Karriere in Cottbus zum 1. FC Union Berlin und startete als Profi durch. Es dauerte nicht lange und Torsten Mattuschka wurde zum Lieblingsspieler der Fans des 1. FC Union. Ausschlaggebend waren seine Malocher-Qualitäten, Urtugenden eines jeden Unioners. Und was ihn jedem Union-Fan und vielen anderen Menschen so sympathisch macht, ist, dass er immer mit Herz und Seele dem Verein verbunden blieb, auch wenn es mal nicht gut lief oder es sportlich mit Union abwärtsging. Er war einer der Wenigen, die Union auch dann noch treu blieben, als es abwärts in die 4. Liga ging. 2014 beendete Torsten Mattuschka seine Profi-Karriere bei Union Berlin und widmet sich seitdem seinem neuen Berufsleben.

Einen Abschluss fand der Abend mit einer Frage- und Antwort-Runde mit nicht immer einfach zu beantwortbaren Fragen für Torsten Mattuschka. So etwa folgende Fragen: „Was hältst du von solchen Kunstvereinen wie RasenBallsport Leipzig und was würde passieren, wenn plötzlich bei Union so ein Investor in der Tür steht?“;„Wird es Union gelingen, seine Seele zu behalten, obwohl eine zunehmende Kommerzialisierung im Profisport nicht mehr zu verhindern ist?“; „Was würdest du machen, wenn die Blau-Weißen (gemeint ist Hertha BSC) dir einen Trainerjob anbieten würden?“. Überraschend offen und auch den gegenwärtigen Trends im Sport angemessen, gab Torsten Mattuschka auch auf solche Fragen Antworten, die wahrscheinlich so manchem Unioner im Publikum die Stirn etwas runzeln ließ. Sein Credo ans Publikum – sag niemals NIE, du weißt nicht was die Zukunft dir bringt, sei offen für Neues und gehe auch mal unkonventionelle Wege.

 

Jonas, 10G

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