Mit "Schattländer" nach Frankreich

In diesem Schuljahr wurde von Herr Schattner ein Schüleraustausch nach Frankreich organisiert. Nachdem die Franzosen im Februar hier in Berlin waren, haben wir ihnen vom 12. bis zum 19. Mai einen Gegenbesuch erstattet.

Am Freitag, dem 12. Mai haben wir uns um 5.15 Uhr am S-Bahnhof Nöldnerplatz getroffen, um gemeinsam zum Flughafen Tegel zu fahren. Dort haben wir erst unsere Koffer abgegeben und danach uns sowie unser Handgepäck kontrollieren lassen. Danach haben wir in der Wartehalle auf unseren Flieger gewartet. Der kam mit nur 30 Minuten Verspätung relativ pünktlich. Mit dem Flugzeug sind wir dann nach Paris geflogen. Von dort sind wir erst ein Stückchen mit der flughafeninternen Bahn gefahren und dann gelaufen, um zum Bahnhof zu gelangen. Dort haben wir dann eine Stunde in einer Wartehalle auf die Bahn gewartet. Dann kam der Zug, mit dem wir nach Rennes gefahren sind, wo wir ein bisschen Freizeit hatten, um etwas zu essen und zu trinken. Anschließend haben wir die Schüler des anderen deutschen Gymnasiums vom Flughafen abgeholt. Da auch dieser Flug eine Verspätung hatte, mussten wir leider noch 1-2 Stunden warten, damit wir gemeinsam mit dem Bus in die Dörfer fahren konnten, wo die Schulen standen. In der Wartezeit haben wir auf den Treppen im Flughafen geschlafen und gesungen. Der Bus hat ca. eine Stunde bis in die beiden Städte Malestroit und Ploërmel gebraucht. Von den Schulen haben uns unsere Gastfamilien abgeholt. Die meisten wurden mit Autos abgeholt, da wir in einer sehr ländlichen Gegend wohnten. Manche Dörfer hatten nur 15 Häuser oder noch weniger.

Danach kam direkt das Wochenende, was von den Gastfamilien individuell gestaltet wurde. Meine  Gastfamilie war am Samstag mit mir in La Gacilly. Das ist eine schöne, kleine Stadt, ca. eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, in der sehr viele Künstler anwesend sind. Es gibt hier u.a Werke von Glasbläsern, Malern, Kalligraphen und Töpfern zu sehen. Die Stadt selbst hat viele alte Gebäude. Durch die ganze Stadt zieht sich eine jährlich wechselnde Fotoausstellung. Mir hat es dort sehr gefallen. Am Sonntag war ich mit zwei weiteren deutschen Austauschschülerinnen und unseren Gastfamilien am Meer. Dort haben wir als erstes einen Spaziergang am Strand entlang gemacht, welcher teilweise aus Felsen bestand. Dort, aber mehr noch an einem sandigen Teil des Strandes, haben wir Muscheln gesammelt. Diese sahen viel interessanter aus und waren auch noch viel robuster gebaut. Danach haben wir am Strand noch ein kleines Picknick gemacht.

Viele andere Familien waren ebenfalls am Meer oder haben Inseln besucht. Aber es wurden auch viele Stadttouren, z.B. durch Malestroit oder Ploërmel, unternommen.

Am Montag durften wir einen französischen Schultag miterleben. Ich hatte in der ersten Stunde Kunst. Wir sollten eine Fotografie künstlich älter wirken lassen. Nachdem wir verstanden hatten, was zu tun war, hat das sehr viel Spaß gemacht. In der nächsten Stunde hatten alle Austauschpaare zusammen Englisch, bei einer Lehrerin, die oft Französisch und selten Englisch (und das dann noch mit starkem Akzent) gesprochen hat. Als erstes haben wir Deutsch-Französisch gemixte Teams gebildet. Dann haben wir ein Quiz gespielt, in dem jedes Team nacheinander Fragen beantworten musste. In der nächsten Stunde hatte ich SVT, die französische Variante von Biologie. Dort wurden gerade die Übungstests für die große Abschlussprüfung zurückgegeben und korrigiert. Es ging um genetische und durch Umwelteinflüsse bedingte Eigenschaften eines Hochleistungssportlers. Die meisten Informationen waren zwar im Text gegeben, allerdings sollten nur die wichtigen Dinge herausgeschrieben werden und bestimmte Dinge musste man dann wieder überlegen. Danach hatte ich Physik, wo es um das Aktion-Reaktion Prinzip ging. Dazu haben wir eine Rakete aus zwei Wasserflaschen gebaut. Die eine blieb als Tank ganz, während man von der anderen Flasche den Kopf und einen Ring abgeschnitten hat. Das wurde dann zusammengeklebt und es kamen noch Flügel daran. Damit sind wir dann rausgegangen.  Draußen wurde die Flasche zur Hälfte mit Wasser gefüllt und kam dann auf ein Gestell. Dort wurde zum Druckaufbau Luft in die Flasche gepumpt, bis der Druck zu hoch war. Dann musste der Partner an einer Schnur ziehen, um die Halterung zu lösen. Wenn alles geklappt hat, ist die Rakete ziemlich hoch geflogen. Am Anfang haben alle geschrien, das hat sich bald schon wieder gelegt und alle fanden es lustig. Dann war Mittagspause. Es gab sehr leckeres Essen mit Salat, Hauptgang, Brot und Dessert. Insgesamt war ca. eine Stunde Pause. Nachdem ich mit dem Essen fertig war, habe ich mich zu den anderen auf den Schulhof gesetzt. Was wir alle befremdlich fanden war, dass wir unsere Taschen auf Regalen unter einer Überdachung abstellen sollten. Die meisten haben ihre Taschen bei sich behalten, da sie Angst hatten, dass die Taschen geklaut werden. Als die Pause zu Ende war – es wurde das Ende der Pause irgendwann sehnsüchtig erwartet –  hatten wir Unterricht  mit Herr Schattner und Frau Voigtländer. Das war Deutsch für die Franzosen und Französisch für die Deutschen. Als erstes sollten wir uns gegenseitig fragen, was wir gerne essen, was wir gerne machen und was uns nervt. Wir mussten eine anderssprachige Person suchen und uns gegenseitig befragen, bis wir einen Match hatten. Danach haben wir "Wer ist der Dieb?"/"Wer war's?" gespielt. Dazu mussten wir uns als ersten Fragen überlegen (in jeweils der anderen Sprache) und haben dann alle gemeinsam geraten, wer es war. Zum Abschluss haben wir noch Stadt, Land, Fluss mit deutschen und französischen Begriffen gespielt. Danach hat uns der Schulleiter begrüßt. Als erstes hat er eine sehr nette Rede gehalten und dann gab es ein Süßigkeitenbuffet – ausnahmsweise nach 14 Uhr. Die Süßigkeiten waren verdammt lecker und wurden speziell für uns hergerichtet. Danach hatte ich noch eine Freistunde. Dann durften alle gehen. Als meine Austauschschülerin mit ihren Schwestern und mir nach Hause kam (wir wurden mit dem Auto abgeholt) gab es wieder etwas zu essen.

Franzosen essen generell oft und viel. Zum Frühstück gibt es Müsli, getoastetes oder ungetoastetes Brot mit salziger Butter und Marmelade, oder Crêpes. Zum Mittag gibt es dann Salat, ein warmes Gericht, danach Brot mit Butter oder Käse und zum Abschluss ein Dessert, bei mir meistens Jogurt. Dann gab es eventuell am Nachmittag etwas zu essen, etwas weniger, meistens Crêpes oder Müsli. Als letztes gab es noch Abendbrot, das mit Salat, warmer Hauptmahlzeit, Brot mit Käse oder Butter und Dessert, wie das Mittagessen, aufgebaut war.

Am Dienstag haben wir einen Ausflug nach Vannes gemacht. Alle Deutschen und Franzosen sind mit dem Bus dorthin gefahren. Etwas vom Stadtzentrum entfernt, war ein Museum über die Geschichte der Bretagne. Dort haben wir eine französische Führung bekommen und mussten ein Quiz bearbeiten. Man konnte sich dort viele Filme anschauen und sogar einen 4D Film aus der Produktion des Museums. Man konnte auch viele Dinge mal in die Hand nehmen. So konnte man z.B. ein Kettenhemd anprobieren, was Herr Schattner sogar getan hat. Nach dem Museumsbesuch sind wir ins Stadtzentrum von Vannes gelaufen. Dort hatten wir eine Stunde Zeit zum Pause machen und essen. Im Anschluss hatten wir eine Stadtführung durch die Altstadt von Vannes.

Am Mittwoch hatten wir eigentlich noch den halben Tag Schule, aber da meine Austauschschülerin an dem Tag frei hatte, da sie den Tag nur Freistunden hatte, war ich auch zu Hause. Diese Zeit hat meine Austauschschülerin genutzt, um mit mir spazieren zu gehen. Denn die Gegend, wo ich war, ist sehr ländlich, sodass man direkt rausgehen konnte und nach ein paar Metern in der Natur war. Dieser Spaziergang und auch noch andere, die wir gemacht haben, haben mir sehr gefallen. Wir sind z.B. durch einen Wald und durch ein Feld gelaufen. Beides lag im Prinzip direkt vor der Haustür. Nachmittags habe ich mir noch Malestroit anschauen dürfen. Am Abend sind fast alle Austauschschüler in Malestroit bowlen gegangen. Meine Austauschschülerin hatte sich mit ihren Freunden verabredet, die ebenfalls Austauschschüler hatten, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe, sodass das sehr viel Spaß gemacht hat.

Am letzten vollen Tag in Frankreich waren alle Deutschen in Rennes. Dort waren wir zuerst in einem Museum zum Leben früher in der Bretagne, im Écomusée. Der Hauptteil des Museums besteht aus Freigehegen von Tieren. Hier werden Tierrassen gehalten, welche man häufig auf Bauerhöfen fand. Also spezielle Hühner-, Pferde-, Esels-, und Schafsrassen. Die Schafe waren sehr klein und extrem niedlich. Wir durften sie füttern. Manche von den Lämmern haben begonnen an meiner Hose und meinen Schürsenkeln zu knabbern, sie haben aber nichts kaputt gemacht, es war einfach nur unfassbar süß! Von dort aus sind wir mit einem Bus ins Stadtzentrum von Rennes gefahren, wo wir zuerst eine Stadtführung von Herrn Schattner bekommen haben und dann Freizeit hatten.

Und dann war schon der Abreisetag da. Wir mussten uns morgens um 5.40  an der Schule treffen und sind von dort aus mit dem Bus zur anderen Schule gefahren. Es herrschten gemischte Gefühle. Zum einen die Freude darüber, wieder nach Hause zu kommen und die eigene Familie wiederzusehen, zum anderen die Traurigkeit wegen des Abschieds von den Austauschschülern und deren Familien. Danach sind wir mit dem Bus nach Rennes gefahren und dort relativ lückenlos in die Bahn nach Paris umgestiegen. Auf der Fahrt hatten wir unser eigenes Abteil. Dort haben wir Musik gehört und jeder hat gemacht, was er wollte. Das war ziemlich entspannt. Herr Schattner und Frau Voigtländer saßen in dem Abteil neben uns, und haben uns gelegentlich besucht. In Paris angekommen, haben wir die Koffer abgegeben, sodass jemand auf sie aufpasst und sie zum Flughafen gebracht werden. Dann sind wir vom Bahnhof aus zum Eiffelturm gelaufen.  Dort haben wir uns in das Batobus gesetzt und sind mit diesem bis zum Louvre gefahren, wo wir kurz Zeit zum Fotos machen hatten. Das Batobus ist ein Boot, das eine Tour durch Paris macht, wo man an vielen Pariser Sehenswürdigkeiten vorbeikommt und aussteigen kann. Vom Louvre sind wir zur Notre-Dame gelaufen, wo wir dann eine halbe Stunde Freizeit hatten, z.B. um Souvenirs zu kaufen oder auch die Kirche zu besichtigen. Danach haben wir noch eine kurze Essenspause an der Seine gemacht. Anschließend sind wir mit der Pariser U-Bahn zum Flughafen gefahren. Dort haben wir erst auf unsere Koffer gewartet. Als wir diese abgegeben haben, erfuhr Herr Schattner, dass unser Flug ca. 1-2 Stunden Verspätung hat. Also haben wir uns in die Wartehalle gesetzt und gewartet. Eine halbe Stunde nach der eigentlichen Abflugzeit begann das Boarding. Dann sind wir in einem Flughafenbus zum Flughafen gefahren und haben dort noch einmal 20 Minuten gewartet. Dann durften wir ins Flugzeug reingehen, um dort 45 Minuten zu warten, da über einem Teil von Deutschland ein Unwetter war. Dann ist das Flugzeug losgeflogen (eine halbe Stunde nach der eigentlichen Ankunftszeit, also ca. 21.15). Es sah wunderschön aus, als es die Wolkendecke überquert hatte. Oben schien nämlich noch die Sonne und leuchtete die Wolken an. Irgendwann sind wir auch tatsächlich gelandet und aus dem Flugzeug rausgekommen. Nachdem wir unser Gepäck erhalten hatten, sind die meisten sehr schnell nach Hause gefahren. Trotzdem kamen die meisten erst am nächsten Tag gegen eins an.

Insgesamt war es eine sehr schöne Reise nach Frankreich. Die Ausflüge haben Spaß gemacht und die Zeit hat unser Französisch doch verbessert. Wenn ich könnte, würde ich die Reise direkt noch einmal machen. Ich möchte mich bei meinen Mitreisenden und meiner Gastfamilie bedanken, die  diese Reise zu einer schönen Erinnerung gemacht haben. Auch möchte ich mich bei allen Leuten bedanken, die den Schüleraustausch möglich gemacht haben. Vor allem bei Herr Schattner, der das Ganze in unserer Schule organisiert hat und bei Frau Voigtländer, die sich getraut hat, ohne große Sprachkenntnisse uns nach Frankreich zu begleiten. Es war eine wundervolle Zeit!

Danke, dass Sie beide die Zeit in Frankreich 1. möglich und 2. verdammt toll gemacht haben.

(Anna Hauschild / Klasse 9.1)

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