Latein

Das Fach Latein nimmt am Immanuel-Kant-Gymnasium eine besondere Rolle ein, da es sowohl als zweite als auch als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts ab Klassenstufe 8 belegt werden kann. Dies gilt sowohl für Schüler der grundständigen Klassen als auch für Schüler der Profilklasse mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt.

In beiden Sprachenfolgen führt der Unterrichtsgang zum Latinum, bei der 2. Fremdsprache nach der Klassenstufe 11, bei der 3. nach Klassenstufe 12. Bedingung ist jeweils eine Abschlussnote mit mindestens 5 Notenpunkten, das entspricht der Note 4.

Zurzeit haben wir eine Kollegin, drei Kollegen, die Latein unterrichten. Dazu kommen regelmäßig Referendare und Praktikanten.

Wir arbeiten ab Klassenstufe 7 mit dem Lehrbuch Pontes für die 2. Fremdsprache und ab Klassenstufe 8 mit dem Lehrbuch Prima Brevis für die 3. Fremdsprache.

Moderne Materialien: Unser Lehrbuch PONTES gehört zur neuesten Lehrbuch-Generation.

In den Klassenstufen 7 – 9 wird der Anfangsunterricht erteilt. Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler die grammatischen Grundkenntnisse über den Aufbau der lateinischen Sprache. Dazu gehören sowohl die Morphologie (Wortbildung) als auch die Syntax (Satzlehre) und der Erwerb eines Grundwortschatzes. Ergänzt werden diese Inhalte durch grundlegende Informationen zur römischen Geschichte und dem Alltagsleben in der römischen Antike. Diese Kenntnisse werden anhand des Lehrbuchs und der dazugehörigen Begleitgrammatik vermittelt.

Ab Klasse 10 tritt dann die Erschließung von Originaltexten in den Vordergrund. Hier müssen sowohl die erworbenen Grundkenntnisse als auch, die in den anderen Sprachen, v.a. Deutsch, erlernten Kenntnisse im Bereich Textanalyse und Textinterpretation zur Anwendung gebracht und, wenn nötig, ergänzt und vertieft werden. Die Themen sollen dem Lebensumfeld der Schüler entnommen werden und so den „existenziellen Transfer“ auf die eigene Person ermöglichen.

Regelmäßig werden im Rahmen der Kursphase Fahrten nach Rom angeboten, die bei den Schülern sehr gut nachgefragt werden, z.B. Fahrten in Kooperation mit dem Leistungskurs Deutsch. Im Wahlpflichtunterricht und in der Kursphase werden nach Möglichkeit in jedem Semester Exkursionen durchgeführt, unter anderem nach Potsdam oder dem Kloster Chorin sowie zu aktuellen Ausstellungen.

Nicht nur Übersetzen: Kochen nach altrömischen Rezepten (Kl.8)

Backen nach altrömischen Rezepten

„Mustaceos sic facito: farinae siliginae modium unum musto conspargito; anesum,
cuminum , adipis, casei libram, et de virga lauri deradito, eodem addito…“ 

„Mostbrötchen mache so: Befeuchte ein Scheffel Weizenmehl mit Most.
Füge dort Anis, Kümmel, zwei Pfund Schmalz, ein Pfund Käse und einen abgeriebenen Lorbeerzweig hinzu, …“

(Cato der Ältere: De agricultura 121)

Bei diesem antiken lateinischen Text handelt es sich nicht um ein Gedicht oder eine Erzählung, wie man es vielleicht zunächst denken mag. Tatsächlich ist es eine Backanleitung für Mostbrötchen. Im Römischen Reich hatte man jedoch auch solche in Gedichtform formuliert.

Die Latein-Grundkurse der elften Klasse von Herrn Granobs und Frau Schritt nutzten das Rezept als Anlass, gemeinsam mit den über 30 Elftklässlern und Elftklässlerinnen zu backen. Dabei verteilten sich die Kurse an zwei Tische; an einem wurden Mostbrötchen geknetet, am anderen ein Frischkäse-Dip hergestellt. Zur Demonstration der geschmacklichen Unterschiede wurden die Mostbrötchen einmal mit Kreuzkümmel und einmal mit herkömmlichem Kümmel zubereitet. Was die Römer früher nämlich „Kümmel“ genannt hatten, ist für uns heute Kreuzkümmel.

Die gekneteten Kügelchen landeten anschließend auf Lorbeerblättern im Ofen der Cafeteria. Nach ein paar Minütchen Warten konnte der Schmaus auch schon beginnen. Beim Probieren trennten sich die Geister, doch am Ende waren alle mindestens um eine schöne Erfahrung bereichert. Solch eine Speise hatte von uns sicherlich noch keiner gegessen.

PS: Entgegen römischer Tradition wurde kein Wein, sondern ausschließlich Traubensaft getrunken und verwendet 🙂

Bericht von Tim