„Stumpfer Ton von stumpfem Sein“ – oder doch nicht? Die Klasse 9.3 schreibt Großstadtlyrik

Georg Heym blickte 1911 auf Berlin und sah Nacht, Monotonie und Apokalypse. Wie schauen Schülerinnen und Schüler heute auf dieselbe Stadt?

Im Rahmen der Unterrichtsreihe zur Großstadtlyrik hat die Klasse 9.3 zunächst Großstadtgedichte analysiert und sich gefragt, was Heym, Werfel und Tucholsky in der Großstadt sahen. Im nächsten Schritt wurden die Schülerinnen und Schüler selbst zu Dichter*innen: Inspiriert von Bildern, die das Berlin der Schüler*innen zeigen, haben sie eigene Gedichte geschrieben, in denen sie ihr Stadtgefühl in Sprache verwandeln.

Die entstandenen Texte sind so verschieden wie Berlin selbst. Wir freuen uns, einige davon hier zu zeigen.

Mein Zuhause
Die Stadt in der ich ein Gefühl von Freiheit empfinde.
Der Ort der mich immer wieder aufs neue fasziniert.
Der Ort der morgens schweigt,
und abends schreit.
Der Ort der mir ein Gefühl von Freude verleiht
Dies ist mein Zuhause …
- anonym

Berlin im Sommer (2026)
Wenn es endlich wärmer wird,
Das Wetter passt – die Sonne lacht
Dann ist Berlin so voll wie nie,
Überfüllt von Menschen – überall!

Freunde treffen Freunde, Fremde…
Geh’n gemeinsam in große Parks
Dort, wo’s Gequatsche klingt wie’ne Musik,
Und man die frische Bratwurst riecht
Dort hat jeder Spaß und Freude,
Oh, Berlin – du tolles Gefühl!
- Anna P.

Buntes Berlin
Berlin ist wie eine Farbpalette
Überall Menschen, verrückte und nette.
Die Sonne strahlt mir beim Picknick ins Gesicht
Meine Freunde und ich meckern nicht.
Lärm, Musik, Lichter
Und alle Straßen von Berlin sind voller Gesichter.
- anoynm

Titel: Unbekannt
An jeder Ecke stehen sie.
Meist groß, laut, unfertig — so sehe ich sie.
Die Stadt ist wie ein Körper in ständiger Entwicklung.
Meist muss etwas Neues her,
aber auch das Alte bleibt nicht leer.
Baustellen existieren millionenfach überall — einfach eine tolle Erfindung.
- Julian R.

Bekanntschaft mit Berlin
Hektischer Urlaub, Stress im fremden Land.
Unbekannt, unvertraut, fremd;
Sehn mich nach dem Bekannten.

Laufe durch die Straßen, Mittag ist es in Berlin.
Die Sonne scheint, zaubert strahlende Farben.
Ein verzücktes Lächeln auf meinem Gesicht.
Innere Ruhe breitet sich aus, im Einklang mit der Umgebung.

Erfüllt mit Wohlbehagen und Freude ziehe ich heim.
Und danke meinem Glück,
Bekanntschaft mit Berlin, mit der ich mich schmück

- LKP

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